


Seit Reinhard Schmidt-Toblers / Malte Nehls interessanten und lesenswerten Büchern " Tatort Glaspalast " und " Illusionen für Millionen " wissen wir alle um die teilweise unverständlichen Praktiken der deutschen Lebensversicherer.
Die undurchsichtigen Rechenkünste und das wirtschaften mit Kundengeldern nach Gutsherrenart prangerten die beiden Autoren in den Büchern zu einer Zeit an, als eigentlich die Welt für die deutsche Assekuranz noch in Ordnung war. Heute haben wir es dagegen mit Fakten zu tun, die noch um ein vielfaches dramatischer aussehen, als man sich das damals ausmalte. Hier zwei Beispiele in einer entpersonifizierten Fassung:
Fall 1:
Ein großer Versicherer aus dem Norden mit einer allseits bekannten und beliebten Werbefigur gibt sich im Umgang mit seinen Kunden wenig vorteilhaft. Er senkte Jahr für Jahr seine Gewinnerwartung, wie alle in der Branche.
Eine Kundin hatte im Oktober 2003 ihre Lebensversicherung aufgelöst, um an Geld zu retten, was zu retten war. Von ihren eingezahlten 9.600 Euro bekam sie nach mehrwöchigen Warten knappe 4.800 Euro erstattet. Na gut, immerhin war sie ja versichert während der Zeit -- das kostet!! Aber dann schrieb ihr der Versicherer im Januar 2005, also mehr als ein Jahr nach der Auszahlung der Police: Man habe sich bei der Berechnung vertan und wäre von falschen Annahmen ausgegangen! Die Kundin würde der Versicherung 298,69 Euro zurückerstatten müssen. Die Kundin hatte nicht einmal die Hälfte der bis dahin eingezahlten Beiträge zurückbekommen und verlangte daraufhin eine detaillierte Aufstellung der Beträge, um die Berechnung nachzuvollziehen. Telefonisch wurde auf Anfrage angeboten "die Sache auf sich beruhen zu lassen". Als dann doch eine Berechnung eingefordert wurde, wurde mit gerichtlichen Schritten gedroht.
Einige Zeit später kam dann ein Schreiben, in dem es unter anderem hieß: Mit einer nachvollziehbaren Abrechnung ist ohne versicherungsmathematische Kenntnisse und ohne Kenntnis der internen Berechnungsgrundlagen, die wir auch nicht offen legen werden, nichts anzufangen. Statt einer gerichtlichen Mahnung enthielt das Schreiben dann noch den Satz: Entgegenkommenderweise verzichten wir auf die Rückzahlung, damit diese Angelegenheit zum Abschluss kommt.
Was lernen wir daraus ?
1. sich regen bringt Segen und
2. scheinbar schließen nur Personen, die grundsätzlich nicht rechnen können eine Lebensversicherung bei der.........ab !
Fall 2:
Ein anderer noch größerer Versicherer, zu dessen Mutterkonzern auch der von Fall eins gehört, blickt für sich selbst in eine furchtbar düstere Zukunft. Obwohl er einer der ganz großen der Branche ist, senkt er seine Überschüsse geradezu dramatisch ab. Ein Kunde zeigte folgende Zahlen auf:
Die prognostizierten Gewinne der Police zum Ablaufjahr 2018 schrumpften von 151.000 Euro im Jahre 2000 auf sage und schreibe 5.274 Euro im Jahre 2003. Währen dieser drei Jahre hatte jedoch der Kunde fast 30.000 Euro an Prämien entrichtet. Auch eigene " fest zugesagte Garantien " wirken sich bekanntlich erst am Ende aus (Schlußüberschüsse), so dass statt der schon im Jahr 2003 zugesagten 16.433 Euro, im Frühjahr 2004 nur 11.380 ausgezahlt wurden. Als dem Kunden klar wurde, dass auch die Schlussüberschüsse jedes Jahr immer niedriger wurden, kündigte er den Vertrag.
Bilanz für diesen Kunden eines Branchenriesen: 10 Jahre Beitrag gezahlt insgesamt 73.580 Euro.
Auszahlung nach 10 Jahren 55.049 Euro. Ein wahrlich exklusiver Versicherungsschutz.Mittlerweile hat der Anbieter das Neugeschäft eingestellt!!
Uns sind Fälle persönlich bekannt, in denen Versicherte nach zwanzig Jahren Beitragszahlung, bei einer Kündigung wegen Geldmangel noch nicht einmal die eingezahlten Beiträge zurückbekamen.
Fazit:
Lesen Sie die Gewinnbenachrichtigungen Ihrer Versicherung genauestens durch. Besonders diejenigen Menschen, die sich auf anraten Ihres Vertreters zu Immobilien-Finanzierungsmodellen hinreißen ließen, sollten genau nachrechnen.
Noch schlimmer trifft es die vielen tausend GmbH`s, die ihren verdienten Mitarbeitern eine Pension zugesagt haben und diese mit Lebensversicherungen rückdeckten (wie in 90 % aller Pensionszusagen im Mittelstand).
Wir empfehlen jedem GmbH-Geschäftsführer dringend ( !!! ) seine Pensionszusage durch unsere Fachleute überprüfen zu lassen.
Kontakt über :
I.K.S. Consulting
Inh.: Michael Heinsohn
Theodor-Haubach-Weg 2
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